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Wie ein Autohaus-Geschäftsleiter mit der KFZ-Meisterprüfung die Basis für erfolgreiches Führen neu definiert.
Christian Ratheiser leitet ein Autohaus, kennt die Werkstatt seit Jahrzehnten und hätte fachlich wohl niemandem mehr etwas beweisen müssen. Trotzdem hat er sich im vergangenen Jahr für die Meisterprüfung zum KFZ-Techniker am WIFI angemeldet und sie im Juni erfolgreich abgeschlossen. Wer ihn nach dem Warum fragt, bekommt keine schnelle Antwort, sondern eine Geschichte, die bei seinem Volksschullehrer beginnt. Der habe ihm früh den Unterschied zwischen Kennen und Können eingeprägt, und genau dieser Gedanke treibt Ratheiser bis heute an.
Ein Zertifikat in der Tasche zu haben, reicht ihm nicht. Wenn er etwas tut, will er die Inhalte wirklich durchdringen, ganz gleich, wieviel Einsatz dafür notwendig ist. Deshalb ging es ihm bei der Ausbildung auch nicht um den Titel, sondern darum, ein noch besserer Mechaniker und Diagnosetechniker zu werden, und zwar auf einem Niveau, das nur ein Meister erreicht.
Diagnose neu gedacht
Was sich durch das einjährige Programm konkret verändert hat, lässt sich am besten an seinem Blick auf die Diagnosearbeit ablesen. Für Ratheiser ist Diagnose eben nicht das Anstecken eines OBD-Steckers und das Abarbeiten eines geführten Programms, das könne heute jeder mit Lehrabschluss. Vom Meister erwarte man mehr: dass er den Kunden zuerst emotional abholt und sich das Problem in dessen eigenen Worten schildern lässt, und dass er sich parallel dazu, noch bevor überhaupt ein Messgerät zum Einsatz kommt, eine erste technische Einschätzung bildet. Erst danach folgt die geführte Diagnose, die diese Einschätzung bestätigt oder ihn durch den Vorsprung sogar schneller zum Ergebnis führt. „Diese Haltung fordere ich auch von meinen eigenen Mechanikern ein“, verdeutlicht Ratheiser die Wichtigkeit dahinter.
Was die Ausbildung am WIFI für ihn besonders macht
Besonders überzeugt hat ihn dabei, dass am WIFI Kärnten nicht nur technisches Fachwissen vermittelt wird, sondern genau diese Herangehensweise an die Diagnose. Das gesamte Trainer-Team am WIFI Kärnten habe wunderbar harmoniert und eine hohe fachliche Expertise aufgewiesen. Die Gruppe der Prüflinge war dabei alles andere als homogen, geografisch wie auch, was die Herkunft und das Alter angehen, sehr durchmischt. Gerade deshalb hat Ratheiser die Arbeit der Trainer umso mehr geschätzt, denn ein so unterschiedliches Umfeld zu unterrichten und trotzdem alle mitzunehmen, ist keine leichte Aufgabe. Ausgetauscht hat man sich, wie es heute üblich ist, über eine WhatsApp-Gruppe, bodenständig und unkompliziert.
Ist man je zu jung oder zu alt?
Auf die Frage, ob man für die Meisterprüfung schon reif genug oder vielleicht schon zu alt sein könnte, hat Ratheiser eine klare Haltung. Schrauben können viele schon früh sehr gut, meint er, doch meisterliches Verhalten sei mehr als nur ein Prüfungszeugnis und brauche vor allem menschliche Lebenserfahrung. Wer direkt nach dem Lehrabschluss in die Meisterschule geht, mag formal qualifiziert sein, doch ob er dann auch der Meister ist, den sich Kundinnen und Kunden erwarten, sei eine andere Frage. Zugleich betont er, dass niemand so lange warten muss wie er selbst. Es geht ihm nicht darum, junge Menschen von der Ausbildung abzuhalten, sondern darum, dass echte Meisterschaft eben mehr braucht als Fachwissen allein.
Auch privat ein anderer Blick
Wie stark sich die Ausbildung positiv ausgewirkt hat, zeigt sich für Ratheiser auch abseits der Werkstatt. In Familie und Freundeskreis ist er ohnehin der Ansprechpartner für alles rund um Motoren und Getriebe, und selbst dort ist die Veränderung aufgefallen. Er nimmt inzwischen deutlich wahr, dass es ihm noch leichter fällt, technische Zusammenhänge auch Laien verständlich zu erklären.
Eine Idee zum Nachmachen
„Ich möchte niemandem einen Ratschlag erteilen, denn dieses Wort enthält am Ende immer noch das Wort „schlagen“, aber eine Idee gebe ich allen gerne mit und die hat nur drei Buchstaben: tun“, so Ratheiser auf die Frage, ob er diesen Weg weiterempfehlen würde. Einfach anfangen, statt lange abzuwägen. Genau diese Haltung, gepaart mit einer Ausbildung, die fachliches Können und meisterliches Verhalten gleichermaßen ernst nimmt, macht die Meisterschule KFZ-Technik am WIFI Kärnten zu einer Investition, die sich nach seiner Erfahrung mehr als auszahlt, ganz unabhängig davon, in welcher Lebensphase man sie angeht.
Titelbild: WIFI/Daniela Vertnik
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